STEM: Krautminderung bei Kartoffeln ohne Chemie

Beim Verfahren des Grünrodens werden die Kartoffeln direkt gerodet und wieder auf dem Feld abgelegt, um danach direkt wieder mit Erde bedeckt zu werden. Die Knollen erreichen so besonders schnell die Schalenfestigkeit. Foto: Andreas Meyer

Bei der Erzeugung von Speise- und Pflanzkartoffeln ist die Anwendung reifefördernder Maßnahmen ein wichtiger Produktionsschritt. Krautminderungsverfahren bringen die Pflanze zur Abreife, wobei verbleibende Energie in die Knollen fließt und nicht mehr ins Kraut. Diese gezielte Reifeförderung hilft dabei, die gewünschte Knollengröße und -qualität zu erzielen. Im konventionellen Anbau erfolgt die Krautminderung derzeit vorwiegend chemisch, im ökologischen Anbau dagegen durch mechanische oder thermische Maßnahmen. Durch das Verbot des Wirkstoffs Deiquat gewinnen auch im konventionellen Anbau mechanische und thermische Verfahren an Bedeutung.

Einsatz des Abflammgeräts. Foto: Andreas Meyer

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung und Optimierung von Anwendungsempfehlungen für alternative Verfahren zur Krautminderung bei Kartoffeln im konventionellen sowie im ökologischen Anbau. Damit reagiert das Projekt auf die im ökologischen Anbau bestehenden Probleme bei Energieverbrauch, Kartoffelqualität und Bodenschutz mit mechanisch-thermischen Maßnahmen und die abgelaufene Zulassung des Pflanzenschutzmittels Deiquat (Reglone) im konventionellen Anbau. Zwei Methoden für die Krautminderung werden angepasst: Erstens das Elektrosikkationsverfahren, ein neuartiges Verfahren zur Sikkation durch elektrischen Strom. Zweitens kommt die Maschine eines niederländischen Herstellers zum Krautrupfen/Unterschneiden zum Einsatz, welche neu auf dem deutschen Markt verfügbar ist. Das Team vergleicht auf drei landwirtschaftlichen Betrieben die bisher bestehenden Krautminderungsverfahren mit den genannten neuen Techniken und integriert diese in ein alternatives System. Gegenüber den bisherigen Verfahren wird eine deutliche Energieeinsparung erwartet. 

Vollständiger Name des Projekts: STEM (Sikkation – Thermisch, Elektrisch, Mechanisch)

Prototyp zur Sikkation. Foto: Andreas Meyer

Abschlussbericht

Nach Abschluss des Projekts finden Sie hier die Ergebnisse.

Schlüsselwörter

  • Pflanzenproduktion und Gartenbau
  • Schädlings- / Krankheitsbekämpfung

Kontakt zur OG

Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Bezirksstelle Uelzen
Dipl.-Ing. agr. Dr. Jürgen Grocholl
Wilhelm-Seedorf-Str. 3
29525 Uelzen
Telefon: 0581 8073-124
E-Mail: juergen.grocholl@lwk-niedersachsen.de