Herkömmliche Hybridputen wachsen zu schnell, werden zu groß und sind zu empfindlich. Rasseputen sind robust, haben aber eine zu geringe Mastleistung. Christine Bremer und Dr. Jürgen Güntherschulze zeigen die Unterschiede. Foto: Silke Heyer

Hennen alter Rassen wie diese Cröllwitzer Henne führen wenige Wochen alte Küken. In Verhaltensversuchen soll herausgefunden werden, ob diese Küken zum Beispiel weniger stressempfindlich sind als mit der Hand aufgezogene Putenküken. Foto: Silke Heyer

Robustpute

Gebrauchskreuzungen für die Direktvermarktung

Die meisten Bio-Puten sind langsam wachsende Hybriden. Sie werden für feste Abnehmer gemästet und gehen in die Zerlegung. Auf dem Markt sind auch kleine Masthybriden, deren Küken jedoch nur an Lizenznehmer vergeben werden, die im Lohn mästen.Landwirtschaftliche Gemischtbetriebe, die nur wenige Puten und kleine Puten für die Direktvermarktung suchen, finden auf dem Markt keine geeigneten Tiere. Auf einem ökologischen Geflügelmastbetrieb im Nordosten Niedersachsens sollen jetzt Putenkreuzungen getestet werden. Ziel ist eine „Robustpute“.  Dafür werden kleine Mastputenhybriden mit Rasseputen verpaart. 
Diese „Robustpute“ soll unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen und Krankheiten sein. Sie soll unter extensiven Haltungsbedingungen ein Schlachtgewicht von vier bis sechs Kilogramm erreichen. Der Ausschlachtungsgrad soll mindestens 65 Prozent betragen, der Brustfleischanteil mindestens 25 Prozent. Die Aufzucht der Küken ist aufwändig. Deshalb soll untersucht werden, ob von Ammen geführte Küken mit Umweltbedingungen besser zurechtkommen als mit der Hand aufgezogene Küken.

Zwischenergebnisse 2019

Kleinwüchsige Mastputen wurden mit Hähnen der Rassen Ronquières Pute und Cröllwitzer Pute gekreuzt. Der Bestand infizierte sich jedoch mit Mycoplasmen und musste im Sommer geschlachtet werden. Die knapp 50 Kreuzungstiere wurden auf einem Fremdbetrieb gemästet und im November geschlachtet. Im Mittel wogen sie 6,6 Kilogramm. Das Schlachtgewicht lag bei 4,3 kg. Der Ausschlachtungsgrad war im Durchschnitt knapp 63 Prozent. Das beste Ergebnis war bei 70 Prozent, das schlechteste 53 Prozent. Von Ammen aufgezogene Küken zeigten sich mutiger und aktiver als die mit der Hand aufgezogenen Tiere und sie waren schwerer. Sie waren im Kontakt mit Menschen aber auch weniger zutraulich.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projekts.

Schlüsselwörter

Landwirtschaftliche Praxis/Tätigkeit
Tierhaltung
Zucht
Gebrauchskreuzung
Ammenaufzucht
Bio-Puten

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Putenhennen einer kleinwüchsigen Mastlinie werden mit Hähnen der Rassen Cröllwitzer oder Ronquières Pute verpaart. Die Nachkommen sind Robustputen. Sie sollen die besten Eigenschaften der Eltern vereinen. Foto: Ulrike Hoffmeister